Ausstellung Iwajla Klinke – Palindrom

Ausstellung in der Städtischen Galerie im Alten Feuerhaus

Laufzeit 28. März – 21. April 2018

Die Künstlerin Iwalja Klinke (geb. 1977, lebt und arbeitet in Berlin) gibt uns Einblick in die uralten Traditionen und Mythen im heutigen Alltag. Wie ein Schlaglicht fällt in Ihren Fotografien das Licht auf Personen, manchmal an Portraits der Renaissance erinnernd, die auch Vorbilder für sie sind. Die Menschen treten aus dem Dunkel auf eine Bühne und bleiben doch als Personen verborgen.

Wie Michael Götting in der ZEIT 2011 schrieb: „Es ist ein alter sorbischer Brauch, den man in einigen Dörfern der Lausitz noch beobachten kann. Ein Mädchen, das kurz vor der Einschulung steht, wird für den Umzug der Vogelhochzeit zurecht gemacht. Zwei ältere Frauen in einem Klassenzimmer sind damit beschäftigt, einer Fünfjährigen die Haare zu flechten. Sie ziehen ihr ein Kleid an, schmücken sie. Nach ein bis zwei Stunden wird aus der Fünfjährigen eine kindliche Königin des 18. Jahrhunderts. Momente dieser Art sind es, die die Berliner Fotografin Iwajla Klinke faszinieren: die Gegenwart Jahrhunderte alter Rituale im heutigen Alltag.“

Iwalja Klinke ist auf den Spuren dieser Bräuche und Traditionen durch Europa gereist und hat uns eindrückliche Fotografien mitgebracht. Ihr Blick ist kein dokumentarischer, sondern es gelingt Ihr mit den klassischen Instrumentarium der Fotografie wie Licht, Blickwinkel und Ausschnitt eben jene mystischen Ebenen dieser Phänomene sichtbar zu machen.  Dabei benutzt sie eine schlichte Spiegelreflexkamera und ein schwarzes Tuch und verzichtet auf jede Retusche oder digitale Korrektur.

Sie selbst beschreibt die Fotografie als Verdichtung und Intensivierung des Blicks auf den Alltag. In den Fotografien sehen wir Menschen mit Kronen, Perlen, außergewöhnlichen Stickereien und ergänzenden Attributen in Trachten, die einer anderen Zeit entlehnt zu sein scheinen.  Aber es handelt sich nicht um Vergangenheit, sondern um gelebte Gegenwart. Eine Gegenwart, die in der medialen Bilderflut internationaler Konzerne und deren Werbestrategien ebenso wenig vorkommt wie in der touristischen Darstellung Europas. Klinke gelingt es, uns den Reichtum und die Vielfalt der europäischen Kultur vor Augen zu führen und uns an die tief liegenden Wurzeln regionaler Lebensweisen wie auch der Bedeutung mythischer und spiritueller Erzählungen zu erinnern.

Iwalja Klinkes fotografische Serien wie „Pearls in Herod´s Eyes“, „Pfingstkönige“, und „Grammar of Grief“ wurden in  zahlreichen nationalen wie internationalen Ausstellungen in Europa gezeigt.

Die Ausstellung ist geöffnet Donnerstag bis Samstag jeweils von 15 – 18 Uhr. Karfreitag geschlossen.

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