Ausstellung Glanz und Gloria – Kurs Martin Praska

Ausstellung in der Städtische Galerie im Alten Feuerhaus

Vernissage: Dienstag, den 24. April 2018 um 19 Uhr

Laufzeit: 25. April – 27. April 2018

Für Ende April dürfen wir eine ganz besondere Ausstellung ankündigen: „GLANZ & GLORIA“ des Kurses von Martin Praska mit Werken von Gabi Dräger, Isolde Egger, Gabriele Gieseler, Petra Jahn, Monika Kaiblinger, Renate Schlimm-Breuer, Edith Sulzbacher, Anton Winter.

Die Ausstellung wird eröffnet am Dienstag, den 24. April 2018 um 19 Uhr mit einem Grußwort der Kulturreferentin der Stadt Bad Reichenhall, Frau Monika Tauber-Spring und einer Einführung in die Ausstellung von Martin Praska,.

Martin Praska, Kursleiter Kunstakademie Bad Reichenhall „Lust und Laune, Glanz und Gloria“ zur Ausstellung:

„Susanna war schon im Bade. Jetzt trocknet sie sich gerade ab. Zwei alte Knacker — halb versteckt hinter Grünzeug — begaffen sie dabei. Man kann es verstehen, die Frau ist schön. Und sie ist nackt. #metoo würde man heute Schlagzeilen und die Skandalszene sogleich vertwittern und verfacebooken. Die lüsternen Alten wären geliefert. Aber das Bild ist von 1555 und von Tintoretto, und es hängt bis dato unbehelligt im Kunsthistorischen Museum in Wien. Noch keine Kuratorin ist auf die Idee gekommen, es abzuhängen. Auch wenn es um einen biblisch bezeugten Fall von Belästigung und Verleumdung geht, und der Feminismus die Verjährungsfristen aufheben lassen will. Dem Auftraggeber, wahrscheinlich einem Renaissance-Fürsten, war der illustrierte Voyeurismus indes kein Ärgernis, im Gegenteil. Mieses Patriarchat!

Was soll das? – Die häufig gestellte Frage vor einem Stück zeitgenössischer Kunst erübrigt sich vor einem so alt-ehrwürdigen Meisterwerk wie der Susanna im Bade. Es ist nur allzu offensichtlich. Heute aber sind wir mit rätselhafteren Bildern konfrontiert, und die Frage mach dem Wieso und Warum liegt uns auf der Zunge. Dennoch ist sie unstatthaft. Ja, sie ist eigentlich obszön und gehört zur Anzeige gebracht. Auch wenn sich immer ein naseweiser Kunstexperte finden lässt, der darüber so etwas wie eine Antwort schwadroniert. Denn die Kunst selbst ist keine Interpretation der Welt, sondern ein eigener Teil davon. Ein Teil Wirklichkeit, der so wenig Erklärungsbedarf hat wie ein Pilz im Wald, sei es ein Parasol oder ein Gallenröhrling. Die Kunst begnügt sich mit Glanz und Gloria. Gute Verdaulichkeit und politische Korrektheit sind nicht ihre Sache. Sie werden andernorts diskutiert. „Wir brauchen keine Hermeneutik, sondern mehr Erotik in der Kunst.“ Das schrieb Susan Sontag 1963 in ihrem berühmten Essay „Against Interpretation“. In der Zwischenzeit scheinen wir das vergessen zu haben, denn schon gibt der Malkursleiter wieder Erklärungen über die Arbeiten seiner Studentinnen und Studenten zum Besten. Haltet ihn fest und ruft die Polizei! Übrigens wurden die beiden Spanner der Bibel zufolge dann doch noch gesteinigt. In der Religion wenigstens gibt es Gerechtigkeit.“ ( Martin Praska)

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